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Allein durch Afrika


Matthias Mesletzky

Lesung
Sonntag 23.10.2016
Einlass: 15:00 Uhr
Start: 16:00 Uhr

Autorenlesung mit Matthias Mesletzky

Eine Vorstellung von Afrika, diesem für viele immer noch so unbekannten Kontinent, bekommt man nur, wenn man ihn durchreist. Am besten ganz und von Nord nach Süd, am besten individuell und nicht im Vorfeld perfekt und  ohne ein Risiko organisiert. Der Köpenicker Matthias Mesletzky hat es getan, ganz allein und mit einem Fahrzeug, das zu einem Freund wurde, weil es selbst auf scheinbar unpassierbaren Lavafeldern durchgehalten hat und weil sein Leben an ihm hing.

Drei Jahre betrug die Zeit intensiver Vorbereitung für eine nahezu perfekte Ausrüstung: vom Schlangenbisset zum Nachtsichtgerät, von einem Solarsystem bis zu einer starken Seilwinde, von einer ganzen Apotheke von Medikamenten bis zu Wüstenblechen, alles in allem auch ein finanzieller Kraftakt.
Wahre Menschenmassen in den Städten - die totale Einsamkeit in der glühenden Sahara und im Busch, tagelanges Fahren ohne Gesprächspartner durch endlose Landschaften, Hitze mit einer schwer zu ertragenden Luftfeuchtigkeit, Staub, tückische Krankheiten, kleine und große Tiere sowie eine oft unberechenbare Sicherheitslage  – nur einige Herausforderungen wenn man ganz allein das riesige Afrika durchquert.
Sehr einsame Tage und Nächte in der größten Wüste der Erde oder in den Weiten des unendlich anmutenden Buschlandes, der Autor ist selbst erstaunt, wie er das ohne einen Partner gemeistert hat.
Die Begegnungen mit Ethnien, die weit abgelegen von touristischen Pfaden noch scheinbar in der Steinzeit leben und die sich über Jahrtausende keiner Zivilisation angenähert haben, sind Erlebnisse, die der Autor nie wieder vergisst. Der Zusammenstoß mit einer Kuh, der Angriff eines Elefanten, die Durchquerung einer ganzen Regenzeit, die es in sich hat, menschliche Bürokratiemonster in feinen Uniformen und herzzerreißend liebe Menschen – genug zu erzählen gibt es.

Aufgebrochen ist er mit seinem treuen Expeditionsfahrzeug, dass nach einer große Abschiedsparty auf den Namen „Wilhelm“ getauft wurde, in Berlin.
Die Schwierigkeiten, mit einem Fahrzeug überhaupt erst einmal auf den afrikanischen Kontinent zu kommen, sind nach dem „Arabischen Frühling“ und seinen vielen Konflikten für Matthias Mesletzky zu einem fast unlösbaren Problem geworden.
Dennoch erreicht er nach 23.000 Kilometern Fahrt, der Durchquerung von 16 Ländern mit den unterschiedlichsten politischen, ökonomischen und religiösen Systemen und nach sieben Monaten Reise das südafrikanische Kapstadt, das Ziel seiner Reise.

Was er aus dem gängigen touristischen Rahmen fallendes alles erleben konnte, hat er bereits unterwegs aufgeschrieben. Doch irgendwo eine Stelle zum Schreiben zu finden, die nur etwas Schatten bietet und deren fliegendes und krabbelndes Getier ihm nur ein wenig Ruhe lässt, ist im meist tropischen Afrika eine schweißtreibende und oftmals unmögliche Angelegenheit.

Aus allem ist ein Buch entstanden, aus dem er liest und viele Bilder zeigt.
Nicht die Beschreibung von Sehenswürdigkeiten ist der Inhalt seiner kurzweiligen Texte, sondern die ganz persönliche Sicht auf den so widersprüchlichen Kontinent. Er beschreibt viele Begegnungen mit vollkommen unterschiedlichen Menschen aber auch seine oft so unterschiedlichen Befindlichkeiten, die man nur hat, wenn man allein reist und sich durch eine unbändige Neugier nicht vom einmal eingeschlagenen Weg abbringen lässt.


Matthias Mesletzky Website