Kulturgießerei Schöneiche Alexander_Osang_web
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Alexander Osang: Fast hell

Lesung
Sonntag 11.04.2021
Einlass: 15:00 Uhr
Start: 16:00 Uhr

Ich sehe aus dem Fenster und bilde mir ein, dass das Licht dort draußen fast genau dieselbe Farbe hat wie das Licht damals im herbst. So unentschieden.

Als Alexander Osang einen Text über die rätselhaften Ostdeutschen schreiben soll, fällt ihm Uwe ein. Sie treffen sich auf einer Fähre nach St. Petersburg, und ein Roadmovie durch Welt und Zeit beginnt. In weißen Nächten erzählt Uwe aus einem ostdeutschen Leben auf allen Kontinenten, unter chinesischen Schmugglern, russischen Tänzern, Friedrichshainer Prostitutierten, in Stammheim, an der Wallstreet und in einem Biesdorfer Garten, wo ein Familienschatz vergraben legt. Doch während sich Uwes Geschichte im vagen Licht der Sommernächste aufzulösen scheint, beginnt für Alexander Osang eine Reise zu sich selbst, getrieben von der Frage, wie er zu dem wurde, der er ist.

Eindringlich erzählt Osang von Zeiten des Umbruchs und davon, wie sich das Leben in der Erinnerung zu einer Erzählung verdichtet, in der die Wirklichkeit die geringste Rolle spielt.
    
Alexander Osang, geboren 1962 in Berlin, studierte in Leipzig und arbeitete nach der Wende als Chefreporter der Berliner Zeitung. Für seine Reportagen erhielt er mehrfach den Egon-Erwin-Kisch-Preis und den Theodor-Wolff-Preis. Seit 1999 berichtet er als Reporter für den SPIEGEL, acht Jahre lang aus New York, und bis 2020 aus Tel Aviv. Für seine Reportagen erhielt er mehrfach den Egon-Erwin-Kisch-Preis und den Theodor-Wolff-Preis. Er lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Zuletzt erschien von ihm der Roman "Die Leben der Elena Silber", der für den Deutschen Buchpreis nominiert war.